Was der Wind in den Sand geschrieben

September 30, 2008 at 5:44 (Depression, Gedanken, Liebe, Life, Menschen, Philosophie, Sehnsucht) (, , , , , , , , )

Dass das Schöne und Berückende
Nur ein Hauch und Schauer sei,
Dass das Köstliche, Entzückende,
Holde, ohne Dauer sei:
Wolke, Blume, Seifenblase,
Feuerwerk und Kinderlachen,

Frauenblick im Spiegelglase
Und viel andre wunderbare Sachen,
Dass sie, kaum entdeck, vergehen,
Nur von Augenblickes Dauer,
Nur ein Duft und Windeswehen,
Ach, wir wissen es mit Trauer.
Und das Dauerhafte, Starre
Ist uns nicht so innig teuer:

Edelstein mit kühlem Feuer,
Glänzendschwere Goldesbarre;
Selbst die Sterne, nicht zu zählen,
Bleiben fern und fremd, sie gleichen
Uns Vergänglichen nicht, erreichen
Nicht das Innerste der Seelen.
Nein, es scheint das innigst Schöne,

Liebenswerte dem Verderben
Zugeneigt, stets nah am Sterben,
Und das Köstlichste: die Töne
Der Musik, die im Entstehen
Schon enteilen, schon vergehen,
Sind nur Wehen, Strömen, Jagen
Und umweht von leiser Trauer,

Denn auch nicht auf Herzschlags Dauer
Lassen sie sich halten, bannen;
Ton um Ton, kaum angeschlagen,
Schwindet schon und rinnt von dannen.
So ist unser Herz dem Flüchtigen,
Ist dem Fließenden, dem Leben
Treu und brüderlich ergeben,

Nicht dem Festen, Dauertüchtigen.
Bald ermüdet uns das Bleibende,
Fels und Sternwelt und Juwelen,
Uns in ewigen Wandel treibende
Wind- und Seifenblasenseelen,
Zeitvermählte, Dauerlose,
Denen Tau am Blatt der rose,

Denen eines Vogels Werben,
Eines Wolkenspieles Sterben,
Schneegeflimmer, Regenbogen,
Falter, schon hinweggeflogen,
Denen eines Lachens Läuten,
Das uns im Vorübergehen
Kaum gestreift, ein Fest bedeuten

Oder wehtun kann. Wir lieben,
Was uns gleich ist, und verstehen,
Was der Wind in den Sand geschrieben.

Hermann Hesse

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Bilder der Vergangenheit

September 25, 2008 at 7:46 (Depression, Fernweh, Gedanken, Liebe, Life, Menschen, Philosophie, Sehnsucht) (, , , , , , , , )

Tausende Bilder durchströmen meinen Kopf. Sie kommen und gehen. Immer wieder kehrend… Ich weiß nicht wirklich was ich mit ihnen anfangen soll. Was sie bedeuten sollen. Bilder sind Momentaufnahmen. Doch sie bestehen noch eine Ewigkeit. Bilder verraten vieles, doch nicht Alles. Nur kleine Stückchen. An manchen Tagen tut es weh sie zu betrachten, manchmal durchströmt uns ein schönes Gefühl. Warm und Geborgen. Sie zeigen Fehler, Glück, Freude, Traurigkeit… Zu viel gerät in Vergessenheit. Auch wenn es dir wichtig wäre, dass du dich für immer daran erinnern kannst, verblassen sie mehr und mehr. Und es gibt keinen Weg zurück. Kein Gegenmittel.
Wahres oder künstliches Lächeln ist nicht so leicht zu unterscheiden, doch schau die Augen an. Sie verraten alles… Jeder Blick.
Es gibt Zeitabschnitte die wir uns inständig zurückwünschen. Am Liebsten nochmals erleben wollen. Doch eine tiefe Traurigkeit kommt über uns, wenn wir realisieren, dass das nicht geht. Es liegt einfach nicht im Bereich des Möglichen. Zeitzurückdrehen….
An begangene Fehler möchte man lieber nicht zurückerinnert werden. Sollte man nicht gerade diese Fehler festhalten und eben nicht vergessen? Dazu lernen, nicht sich verrückt machen.
Ich erinnere mich zurück an eine Zeit, in der Alles anders war. Durcheinander, aufregend, naiv, riskant. Versunken in seinen tiefbraunen Augen. Versunken in seiner ungebändigten Ausstrahlung. Die Welt um mich herum vergessen. Nurnoch eins gesehen. Aus Folge dessen fast gestolpert, gestolpert über die ausgeblendeten Hindernisse. Schicksalsschläge die Steine werfen. Gegen Mauern des Unglücks aus Blindheit gelaufen. Kaum aushaltbare Schmerzen ertragen. Keinen Ausweg aus diesem gewollten Labyrinth gefunden. Mit Absicht immer weiter hineingerannt…
Schön war es! Verrückt!
Wundervolle Bilder, Bilder des Herzklopfens. Bilder der Freiheit.
Genau sie sollten festgehalten werden. Niemals verblassen.

Manchmal… in aller Stille… wünsche ich mir diese Momente zurück…

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Die Verschwörung

September 21, 2008 at 6:29 (Gedanken, Life, Menschen) (, , , , , , )

An einem Morgen wie jeder andere
warte ich auf meinen Zug.
Es ist kalt draussen
die Wolken verdecken das Sonnenlicht.
Alles scheint in Ordnung zu sein, nicht Besonders.
So wie an einem gewöhnlichen Tag.
Endlich sehe ich den roten Zug in den Bahnhof einfahren.
Die Türen öffnen sich mit einem Zischen.
Menschen kommen mir entgegen.
Doch mein Wagon ist leer.
Ich setze mich auf einen Platz entgegengesetzt der Fahrtrichtung.
Meinen Rucksack lege ich neben mich auf den Fensterplatz.
Ich schließe meine Augen.
Dann passiert etwas seltsames.

Ich werde dieser Welt entrissen.
Gelange fernab von hier in eine mir völlig fremde Welt.
Wie ich es sooft tue wenn ich meine Augen schließe.
Stimmen schwirren in meinem Kopf umher…alles wirkt so unwirklich wie in einem Nebel in einem dichten weißen Schleier.
Es wird immer deutlicher sichtbar.

Ich befinde mich in einem alten, dunklen Zimmer.
5 Leute sitzen mit mir an einem Tisch.
Tausend Dinge gehn mir durch den Kopf.
Alkaida, ja dass ist es, ja ich bin in einer ihrer geheimen Besprechnungen gelandet.
Mir wird plötzlich ganz wirr im Kopf und ich schreie:
Alkaida ist stärker als ihr alle denkt!!
Sie wird euch alle vernichten!
Ja euch alle!!Alle Lebewesen dieses Planeten!
Auch euch Menschen!Was heißt hier eigentlich Menschen.?
Das sind doch bloß alle herumlaufende Arrogante Müllbeutel!!
Alkaida ist stärker als ihr denkt!
Niemand kann sie aufhalten!Niemand!
…..
Ich sitze im Zug, das Mädchen vor mir starrt mich ängstlich an.

Da realisiere ich, dass mich meine Paranoia wieder zurückgebracht hatte.
An den Ort an dem ich jeden Morgen sitze.
Also nichts Ungewöhnliches.
Das Mädchen steigt aus und ich, ich fahre weiter.

(Aus dem Tagebuch eines Schizophrenen)

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Ungefragte Fragen

September 14, 2008 at 9:06 (Depression, Der Winter, Fernweh, Gedanken, Liebe, Life, Menschen, Philosophie, Psychologie, Sehnsucht) (, , , , , )

Kann man für immer die Einzige für ihn sein? Und auch von Anfang an schon die Eine? Doch was ist mit denen die vor uns da waren? Die Vorgängerinnen. Werden sie immer einen besonderen Platz in seinem Herzen haben. Immer eine Rolle in seinem Leben spielen. Wer sind sie? Sind wir nur die 2. Wahl? Ist er nur Second Hand? Wir wissen oft nicht viel von den Geliebten und wagen sicherlich auch nicht nach ihnen zu fragen. Das könnte Erinnerungen in ihm hervorrufen, das schlimmste wäre, wenn es schöne Erinnerungen sind. Werden wir manchmal mit den Frauen vor uns verglichen? Haben wir eine Chance diese Erinnerungen auszulöschen? So oft würden wir das gerne tun. Doch wäre das der richtige Weg? Man würde seine Vergangenheit verändern und somit auch ihn – der der er heute ist… Er wäre nichtmehr der Gleiche… oder? Wenn etwas vorbei ist, ist es dann wirklich vorbei? Die Vorgängerinnen werden immer ein Geheimnis bleiben. Irgendwo hat er auch noch ein Bild von ihnen – wenn auch versteckt. Oder sonst ein kleines Erinnerungsstück. Es macht uns verrückt, eifersüchtig und irre. Allein schon die Namen sollten nie wieder genannt werden.
Wenn wir schauen, welche Vergangenheit wir haben und wie viel wir in die Gegenwart davon mitgenommen haben – aber vielleicht schon garnichtmehr wahrnehmen oder für wichtig empfinden – sollten wir überlegen ob es bei ihm nicht das Selbe ist. Wir haben nur Angst diesen Kampf zu verlieren. Man lebt im Jetzt und Heute. Doch die Vergangenheit wird auch die Gegenwart bestimmen, daran lässt sich nichts ändern. Es zerfetzt unsere Gemüter und Gedanken. Streng dich an, bemühe dich, lass neue Erinnerungen entstehen. Schönes und Unvergessliches. Forme eine neue Vergangenheit. Lass nicht los…
Auch wenn du fällst. Tief fällst.

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Es regnet…

September 7, 2008 at 2:55 (Depression, Der Winter, Fernweh, Gedanken, Liebe, Life, Menschen, Philosophie, Sehnsucht) (, , , , , )

Es zieht mich hinaus. Der frische Duft von einer verregneten Nacht. Es riecht besser als in den vier Wänden. Ich fühle mich eingeschlossen. Suche Ausreden. Flüchte. Flüchte nach Draußen. Dort ist es schön. Angenehme kühle Luft. Mit tiefen Atemzügen raus aus der Türe. Hinein in die Freiheit. Gehe. Renne. Suche. Suche nach noch mehr Freiheit. Ich irre durch die Straßen. Heim will ich nicht. Der Regen plätschert auf den dunklen Asphalt. Ein leichter Wind verwuschelt meine schon leicht nassen Haare. Heute Nacht, brauche ich keinen Schirm. Es ist schön, nass zu werden. Sogar die Kälte macht mir nichts aus. Leider finde ich nicht was ich suche. Aber der Regen tut gut auf meiner Haut. Kühlt mein heißes Gesicht. Es ist eine schöne einsame Nacht. Manchmal tut alleine sein gut. Ich genieße jeden Schritt, jedoch achte ich nicht auf die Pfützen. Gleichgültigkeit durchströmt mich. Alte Probleme erscheinen mir aufeinmal so unbedeutend. Die Stille der Nacht ist einzigartig. Mit keiner anderen Stille zu vergleichen. Diese Stille ist kein Schweigen… Diese Stille ist laut und doch leise…

Am Ende der Nacht – gehe ich nach Hause…

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