Regentage
Alles läuft gut… Doch dann, reißt dich etwas aus deinem Leben.
Natürlich, nicht wirklich alles lief immer super, es gab Zeiten in denen man fast nichtmehr weitergewusst hätte – doch da gab es immer jemanden, an den man sich klammern konnte. Es war wie ein fester Halt, und egal was kommt – nur der Gedanke an diesen Halt lässt dich nicht abstürzen.
Aufeinmal wird dieses Leben aufgewühlt, von dem seither immer so festen Halt, der nun nicheinmal mehr halb so fest ist. Vertrauen und Nähe. Alles schwindet. Der Halt geht. Geht einfach. Entfernt sich immer weiter von dir. Hat dich so oft gefragt, deine Antworten überhört. Wollte es nicht hören. Oder vielleicht einfach nur gefragt um gefragt zu haben, um dadurch sich keine Vorwürfe machen zu müssen. Dein Flehen und dein Betteln, jedes traurige Wort und jeder noch so traurige Blick… alles umsonst. Man wird in eine ungewollte Einsamkeit hineingezwungen. Eine Einsamkeit die nichteinmal nötig wäre. Nicht lebensnotwendig.
Du bist so sauer, so traurig, so unglaublich wütend, aber zeigen darfst du es nicht. Vielleicht anfangs, vielleicht auch noch ein bisschen danach, aber du musst dich damit abfinden. Wenn du das nicht tust, wird es niemals wieder auch nur im entfernstesten ok. Auch wenn dein Herz schreit und du durchdrehst, du nicht weißt was du denken sollst, du musst deine Wünsche zurückstellen. So wie dein früherer Halt es auch tut, er stellt deine Wünsche einfach zurück. Seine Wünsche an erster Stelle. Total egal wie dein Leben jetzt verläuft. Hauptsache seines läuft so wie er es sich vorstellt.
Alle Liebesschwüre, alle sehnsüchtigen Worte und angebliche Vermissungen, bedeutet jetzt nichtsmehr. Im Gegenteil. Es macht es nur noch schlimmer.
Wenn er wollte, könnte er seine Lebensbahn in eine andere Richtung lenken. Zu dir lenken, in deine Richtung, in deine Nähe. So nah wie möglich.
Du fragst dich, warum tut er es dann nicht? Du fragst es dich immer und immer wieder. Fragst ihn, fragst andere, fragst die Fragen. Fragst ohne eine Antwort zu bekommen. Fragen, die nur weitere Fragen aufwerfen. Wozu soll es denn führen. Zu nichts, zu nichts…
Vielleicht sollte man einfach ebenso an sein eigenes Leben denken. Die eigenen Wünsche und Pläne ebenso primär verfolgen – ganz ohne den kleinsten Kompromiss. Egal, ob man verletzt.
So verletzt, wie man selbst verletzt wurde…



