Zwischenbilanz
Ich sitze in meinem Zimmer und denke nach.
Ich schaue nach draußen alles ganz ruhig hier.
Die Sonne spiegelt sich in der Fensterscheibe und blendet meine Sicht.
Ich sehe ein Mädchen.
Es starrt mich an, schaut mir direkt in die Augen,sodass es mir schon fast unangenehm ist.
Ich versuche ihren Blick zu deuten, und suche danach irgendetwas in ihren Augen zu erkennen.
Alles was ich erkennen kann ist, dass das Mädchen sehrzielgerichtet ist undweiß was es will.Dies lässt sich aus ihrem sicheren nichtabbringbaren Blick deuten. Und außerdem in der Kampflust und dem Ehrgeiz, welcher aus ihren Augen blitzt.
Das Mädchen wendet sich ab und geht ihres Weges.
Ich starre ihr nach, bis Sie so klein wie ein winziger Punkt am Horizont verschwindet.
Jetzt ist sie weg, sie ist außer Sichtweite.
Sie ist weg.
Sie hat sich aus meinem visuellen Bereich entfernt, doch ich denke immer noch an das Mädchen.
Etwas hat mich an diesem Mädchen fasziniert.
Ihr Blick, welcher ihm eine so unglaubliche Stärke verliehen hat.
Wohin ist das Mädchen gegangen?
Was wird es tun, wenn es in meinem Alter ist?
All diese fragen schwirren in meinem Kopf herum,..
jetzt so kurz vor der Jahreswende,..
Was ist nur mit mir passiert?;
meine Ziele, die mir einst so wichtig waren sind in weite Ferne getreten.
Doch neue Ziele scheinen nicht so klar wie diese die ich einmal hatte.
Es sind so viele; eher Wünsche, die so unwirklich erscheinen;
An jedem Ziel arbeite ich immer mal wieder um es zu verwirklichen,
doch ich komme nicht voran.
Ich habe Angst den falschen Weg zu wählen und kann mich nicht entscheiden.
Ich bin müde.
Ich bin verwirrt.
Die Vergangenheit holt mich ein.
Die Zukunft plagt mich.
Ich versuche das Jetzt nur in Augenschein zu nehmen;
doch es gelingt mir nicht.
Doch die Vergangenheit kann ich nicht ruhen lassen genauso wenig wie die Zukunft.

Wieso gerade JETZT?
Wieso gerade jetzt? Warum nicht davor?
Wieso zu diesem Zeitpunkt?
Nicht dass ich irgedetwas bereuen würde, oder rückgängig machen wollte. Aber muss ich diese Wende jetzt verstehen?
An manchen Tagen passiert garnichts. Wochenlang, über ein Jahr. Und dann, wenn man es am wenigsten erwartet, brechen tausend Dinge gleichzeitig auf dich ein.
Zuvor hätte man sich dies alles gewünscht. Es wär so aufregend gewesen!
Doch jetzt sieht alles anders aus. Es ist sicherlich noch aufregend, aber ein Abenteuer wird daraus nichtmehr…
Warum nicht früher?
Jetzt passt es nicht. Es ist eng und zwickt an allen Ecken und Enden wie ein viel zu kleines T-Shirt.
Der Versuchung wiederstehen gelingt. Obwohl es verlockend wäre ihr nach zu geben…
Zu spät! Wieso denn jetzt? Gerade JETZT??
Es ist verwirrend und doch fühlt es sich gut an. Ich darf nicht. Ich will auch nicht. Nicht wirklich. Mein altes Ich will… ein bisschen.
Auch wenn ich so viel von meinem alten Leben vermisse und schätze, zurückhaben will ich es nicht. Denn das jetztige ist schön. Eigentlich & Wirklich.
Schade dass ich die Zeit nicht verschieben kann.
Werden diese Dinge warten? Ich glaube nicht…
Was mich am meisten beschäftigt – wie kann es passieren, dass in einem Raum voller Menschen, sich zwei bemerken, angezogen fühlen, unbewusst spüren dass der Andere genauso empfindet und dann zueinander finden. Unter tausenden von Menschen, sucht man sich gerade die eine Person aus.
Und diese eine, sucht sich dich aus.
Ist das wirklich noch Zufall?
Und wieviel läuft dann in unserem Unterbewusst sein ab, wenn wir so etwas nicht realisieren?



